Die meisten gewebten Stoffe liegen bei etwa 110, 140 oder 150 Zentimetern Breite; genau hier beginnt die Planung. Statt frei auszuschneiden, ordnen wir Teile als Module entlang der Webkanten, nutzen den Fadenlauf als Navigationslinie und vermeiden zerklüftete Formen. Kanten werden zu Säumen, Belegen oder Beißkanten umfunktioniert, sodass nichts abgeschnitten werden muss. So entsteht ein ruhiges Layout, das sauber verarbeitet, robust getragen und leicht reproduziert werden kann.
Ein T‑Shirt kann aus Rechtecken, schmalen Keilen und einem Einsatz unter der Achsel entstehen, ohne die Silhouette zu versteifen. Entscheidend ist, wo du Zugaben platzierst, wie du Weite verteilst und Bewegungszonen definierst. Statt tiefen Rundungen setzen wir auf kleine Versätze und gefaltete Übergänge, die nach dem Waschen weich fallen. Du erhältst eine klare, wartungsarme Konstruktion, die auch nach vielen Wäschen formstabil bleibt und sich an deinen Tagesrhythmus anpasst.
Lege ein langes Rechteck an, teile es in Vorder‑, Rücken‑ und Ärmelmodule und verschiebe Nähte an die Kanten. Ein schmaler Zwischenraum formt später den Ausschnittbeleg oder ein Bindeband. Unterarm‑Zwickel entstehen in negativen Räumen, die sonst leer blieben. Mit Jersey genügt oft eine reduzierte Zugabe, bei Leinen empfiehlt sich etwas mehr Luft. So nähst du ein vielseitiges Oberteil, das lässig fällt, leicht zu pflegen ist und wirklich keinen Abfall produziert.
Knopfleisten lassen sich als angeschnittene Belege planen, Kragen und Steg entstehen aus zwei schmalen, parallel geführten Rechtecken. Manschetten teilen sich die Breite mit einem Taschenbeutel, sodass kein Rest entsteht. Durch versetzte Schulternähte und seitliche Falten erhältst du Beweglichkeit ohne Rundschnitte. Das Ergebnis wirkt präzise, aufgeräumt und passt zu Jeans, Stoffhose oder Rock. Mit hochwertigen Knöpfen und feinen Steppnähten wird das Teil bürotauglich und bleibt doch erstaunlich pflegeleicht.
Zwei Hauptrechtecke für die Beine, keilförmige Einsätze für Schritttiefe und Kniebewegung, Bund als angeschnittener Tunnelzug: So entsteht eine Hose ganz ohne Reststücke. Für den Rock arbeitest du mit Paneelen, die Weite über Falten aufnehmen. Bindebänder oder Gummikanäle nutzen schmale Streifen, die ansonsten übrig wären. Durch modulare Längen passt das Layout auf unterschiedliche Körpergrößen und Stoffbreiten. Stabil, bequem und erstaunlich variabel – perfekt für tägliche Wege und spontane Pläne.
Aufgesetzte Taschen lassen sich als rechteckige Doppelteile anlegen, deren Umschlag bereits in der Höhe berücksichtigt ist. Eingrifftaschen entstehen aus schmalen Streifen und einem Beutel, der im Layout neben dem Beleg liegt. Nichts wird abgeschnitten, alles hat seinen Platz. Durch knappkantiges Absteppen und stabile Ecken halten die Taschen lange, ohne zu beulen. So bleibt das Kleidungsstück leicht, funktional und bereit für Schlüssel, Telefon oder Notizbuch, ohne die Silhouette zu stören.
Anstatt Schrägbänder abzuschneiden, planen wir doppelte Umschläge und angeschnittene Belege, die exakt in der Breite liegen. Mit Kappnähten, französischen Nähten oder sauber versäuberten offenen Kanten bleibt die Innenseite ordentlich und haltbar. Wo möglich, übernimmt die Webkante die Rolle einer fertigen Saumkante. So sparst du Zeit, Material und spätere Reparaturen. Das Ergebnis wirkt ruhig, hochwertig und fühlt sich auch nach vielen Waschgängen zuverlässig an – innen wie außen.
Gerade eingesetzte Ärmel arbeiten mit Zwickeln und kleinen Keilen, die Armfreiheit sichern. Kragen entstehen aus doppellagigen Streifen, deren Rundung durch minimale Versätze erreicht wird. Für Ausschnitte nutzen wir Belege oder Faltlösungen, die ohne Schnipsel auskommen. Die Balance aus Stabilität und Flexibilität ergibt eine klare Kante, die am Körper weich wirkt. So kombinierst du pragmatische Konstruktion mit eleganter Linie, ohne die Zero‑Waste‑Logik zu verlassen.
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